Holen Sie sich den Süden nach Hause!

Die Palmenart Trachycarpus fortunei und ihre Variation Trachycarpus fortunei "wagnerianus" werden heute als Zierpflanzen in vielen Palmengärten in Europa kultiviert und sind die am häufigsten ausgepflanzte Gartenpalmen in Europa. Heimisch sind sie vom Himalaya in Nordindien bis nach Nord-Thailand und China.

Ihre Beliebtheit verdanken die chinesischen Hanfpalmen ihrer Widerstandsfähigkeit, Robustheit und der sehr guten Frostverträglichkeit. Durch ihr schnelles Wachstum und die leichte Pflege ist sie die perfekte Palme für Palmenanfänger.

Trachycarpus fortunei und Trachycarpus fortunei "wagnerianus"

Die Variation Trachycarpus fortunei "wagnerianus" hat kleinere, steifere Fächerblätter, ist aber genauso anspruchslos wie Ihre Schwester. Im Unterschied zu T. fortunei hat T. fortunei "wagnerianus" viel kleinere und grazilere Blätter, was sie robuster gegen Wind macht.

Pflanzort und Pflege

Die T. fortunei kann gut als Gartenpalme ausgepflanzt werden oder auch als Kübelpflanze im Palmengarten stehen. Um die Überlebenschance in unseren Regionen zu erhöhen, sollten die Pflanzen beim Auspflanzen mindestens vier bis fünf Jahre alt sein.

Wenn Sie ihr Gutes tun wollen, spendieren Sie ihr am besten einen windgeschützten Platz. Dadurch werden unschöne Blattabknickungen vermieden. Junge Pflanzen sollten ein durchlässiges und leicht saures Substrat als erhalten, altere Exemplare vertragen auch reine Gartenerde.

Die T. fortunei mag gern Sonne. Im Halbschatten wächst sie langsamer. Kalkhaltiges Wasser ist zum Gießen nicht geeignet - verwenden Sie am Besten aufgefangenes Regenwasser!

Wuchs

Ausgewachsen erreichen diese Palmen in ihrer Heimat eine Stammhöhe von ca. 10 Metern. In unseren Regionen werden sie selten höher als 6 Meter. Diese Höhe erreichen Sie aber erst nach vielen Jahren, wobei aufgrund unserer mitteleuropäischen Klimazone das Wachstum verlangsamt ist. Durch ausgiebiges Bewässern im Sommer lässt sich in unseren Breiten ca. 15 - 20 cm Stammzuwachs pro Jahr erreichen.

Der Stamm der Trachycarpus fortunei ist in der Jugend vollständig und später nur im oberen Teil dicht mit braunen Fasern bedeckt. Diese Fasern und Reste der Blattscheiden bleiben sehr lange, manchmal fast das gesamte Pflanzenleben lang am Stamm haften.

Zusammen mit dem Geflecht aus ausgefransten Fasern beträgt der Stammdurchmesser bei großen Hanfpalmen etwa 25 bis 35 cm. Die Krone großer Exemplare kann sich aus bis zu 50 Blattfächern zusammensetzen. Die Oberseite der Fächer ist dunkelgrün und schwach glänzend, die Unterseite ist häufig bläulich-weiß bereift. Eine Breite bis etwa 160 cm und eine Länge der Palmwedel von etwa 90 cm sind bei ausgewachsenen Exemplaren keine Seltenheit.

Die ältesten Wedel vertrocknen im Laufe der Zeit von den Spitzen her. Man kann diese abgestorbenen Wedel entfernen. Werden sie nicht entfernt, verbleiben sie das ganze Palmenleben lang, nach unten hängend am Stamm.

Blüte

Die T. fortunei ist zweihäusig getrenntgeschlechtig. Ab einer Stammhöhe von etwa 1 Meter erscheinen im Frühjahr entweder männliche oder weibliche Blütenstände. Nach der Blüte verwelken sie und trocknen aus, ohne jedoch abzufallen.

Die männlichen Blütenstände sind mit sehr dicht stehenden, auffallend gelb gefärbten Blüten besetzt, die Blütenstaub absondern. Die weiblichen Blütenstände sind hellgrün und weniger dicht mit Blüten besetzt. Früchte entwickeln sich nach der Bestäubung nur an den weiblichen Blütenständen.

Bisweilen tragen männliche Trachycarpus fortunei auch Blütenstände mit zwittrigen Blüten, die sich von den männlichen Blüten nur darin unterscheiden, dass sie ein wenig größer sind, und weniger dicht beisammen stehen.

Die reifen Früchte der T. fortunei sind blaue, nierenförmige, glatte Beeren. Sie sind zunächst grün, später gelblich, voll ausgereift dann blau-violett gefärbt und wachsartig bereift. Die Samen sind etwas kleiner als die Frucht, haben aber die selbe Form.

Überwinterung

Grundsätzlich unterscheidet man bei der Überwinterung zwischen Kübelpalmen und ausgepflanzten Palmen. Je älter die Pflanze ist, desto kälteresistenter wird die Palme.

Falls es draußen sehr kalt wird (unter -10 °C) und gleichzeitig mit Wind zu rechnen ist, sollten ausgepflanzte Palmen vor Wind geschützt werden, damit die Blätter nicht abbrechen. In Kübeln stehende Hanfpalmen sollten in einen möglichst hellen, kühlen Raum gestellt werden. Es kann auch eine helle Garage o. ä. sein, jedoch sollte die Temperatur in diesem Raum nicht über 5 °C ansteigen.

Während der Winterruhe sollte das Substrat niemals austrocknen. Im Freiland überwinterte Exemplare sind sehr frosttolerant. Wirklich gefährlich wird T. fortunei nur längerer Dauerfrost mit tiefem Bodenfrost, der die Wurzeln oder das Palmenherz schädigen kann. Dies führt in der Regel zum Verlust der Palme. Ab etwa -10 °C sollten aber unbedingt Schutzmaßnahmen getroffen werden, da sonst Blattschäden, bis hin zum vollständigen Absterben der Blattfächer drohen.

Zum Schutz der Wurzelscheibe hat sich Anhäufung mit Rindenmulch oder Stroh bewährt. Der Stamm kann mit Luftpolsterfolie oder Strohmatten und Vlies eingefasst werden. Die Wedel bindet man zusammen, um sie vor Winterstürmen zu schützen. Sofern die Palme noch nicht allzu groß ist, kann man diese auch mit einem dünnen Vlies umhüllen (vor allem das Palmenherz). Wichtig ist, dass eindringende Feuchtigkeit abtrocknen kann.

Es ist sehr wichtig, dass die Hanfpalme vor Regenwasser/ Schmelzwasser geschützt wird, das tagsüber in das Palmenherz (Vegetationspunkt, aus dem die Wedel herauswachsen) eindringen kann. Dieses Wasser gefriert bei nächtlichen Frösten und zerstört dann das feine Gewebe der jungen Triebe. Dies ist die am meisten auftretende Ursache dafür, dass im Freiland stehende T. fortunei den Winter nicht überstehen. 

Nach dem Winter stellen Sie Ihre Palme in den ersten Tagen an einen windgeschützen, halbschattigen Platz und erst nach einer kurzen Zeit in die direkte Sonne.

Garantiehinweis

Trotz guter Frostresistenz besteht bei ausgepflanzten Palmen immer die Gefahr, dass sie durch extreme Witterungsumstände, ungenügenden Schutz im WInter oder einen ungeeigneten Standort geschädigt werden können und im ungünstigsten Fall eingehen. Aus diesem Grund müssen wir bei diesen Exoten unsere 2-Jahres-Garantie leider ausschließen.